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Aus EnEV wird GEG

Mit dem neuen GebäudeEnergieGesetz soll der Niedrigstenergie-Standard für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand eingeführt werden. Damit einher geht die Zusammenführung von EnEG, EEWärmeG und EnEV. Im Folgenden zeigen wir auf, was sich dadurch ändern wird.

Anlass dieser Neuregelung ist zum einen die von der EU-Gebäuderichtlinie geforderte Festlegung des energetischen Standards eines Niedrigstenergiegebäudes im Neubau. Diese erfolgt zunächst für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand ab 2019.
Der entsprechende Standard für private Neubauten bzw. privatwirtschaftliche Gebäude soll in einer zweiten Stufe ab 2021 festgelegt werden.

Zum anderen sollen durch die Zusammenlegung von EnEV und EEWärmeG in einem neuen Regelwerk die bisherigen Diskrepanzen der alten Normen behoben und somit die Anwendung und der Vollzug des Energieeinsparrechts erleichtert werden.

 

„GEG 2018“ – die Änderungen im Überblick

  • Der Niedrigstenergie-Gebäudestandard für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand soll mit dem GEG so definiert werden, dass er ungefähr dem Standard eines KfW-Effizienzhauses?55 entspricht. Ausnahmen sind möglich.
  • Bei der Nutzung von Geothermie und Umweltwärme über Wärmepumpen wurden die Anforderungen an die Jahresarbeitszahl bei strombetriebenen Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen erhöht.
  • Die Möglichkeit zur Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien in der energetischen Bilanzierung des Gebäudes wird ausgeweitet.
  • Die DIN V 18599 muss in Zukunft (nach einer Übergangsfrist) auch für die energetische Bilanzierung von Wohngebäuden verpflichtend angewandt werden. Weiterhin sind einige Änderungen in Berechnungsverfahren vorgesehen.
  • Ein vorläufiger Energieausweis in der Bauphase wird eingeführt.
  • Die Anforderungen zur Vorlage eines Energieausweises bei Verkauf oder Vermietung sowie zu Pflichtangaben in Immobilienanzeigen werden auch auf Immobilienmakler ausgeweitet.
  • Um die Qualität der Energieausweise zu verbessern, legt der Entwurf strengere Sorgfaltspflichten für Aussteller von Energieausweisen fest. Ein Verstoß gegen diese Sorgfaltspflichten wird nun auch mit einem Bußgeld bewehrt.
  • Bei der Ausstellungsberechtigung für Energieausweise wird nicht mehr zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden differenziert.
  • Die Ausstellungsberechtigung für Nichtwohngebäude wird damit auch auf Handwerker und staatlich anerkannte Techniker mit entsprechender Fortbildung ausgeweitet.
  • Zur Verbesserung des Vollzugs erhalten die nach Landesrecht zuständigen Behörden eine allgemeine und vollstreckbare Anordnungsbefugnis, die sich nicht nur auf den Bauherrn oder Eigentümer, sondern auch auf beteiligte Dritte (z. B. Planer oder Handwerker) erstreckt.


Abkürzungen:

GEG = Gebäude-Energie-Gesetz
EnEG = Energieeinsparungsgesetz
EnEV = Energieeinsparverordnung
EEWärmeG = Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Auf den Online-Portalen „Institut für EnergieEffiziente Architektur“ und „GebäudeEnergieberater“ haben wir uns nach dem neuen GebäudeEnergieGesetz erkundigt, das nach der Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden soll.

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